Die drei Spielfelder im B2B Marketing erklärt

July 13, 2026
by
Kevin Sturm
in
B2B Marketing

B2B ist nicht gleich B2B. Wer ein einfaches SaaS-Tool wie eine millionenschwere Konzernlösung vermarktet, verbrennt Budget und verspielt Glaubwürdigkeit. Der Schlüssel liegt darin, das eigene Spielfeld zu erkennen und die Taktiken darauf abzustimmen.

In diesem Beitrag nehmen wir die drei Spielfelder des B2B Marketings systematisch auseinander: Low-Touch, Mid-Touch und High-Touch. Und Sie sehen, welche Rolle Marketing auf jedem davon spielt.

Rückblick: Das falsche Spielfeld

Im letzten Beitrag ging es darum, warum so viele B2B-Teams auf dem falschen Spielfeld spielen. Die zentrale Botschaft: Nur wer sein Spielfeld kennt, kann die richtigen Spielzüge wählen. Jetzt folgt der nächste Schritt, ein systematischer Blick auf die drei Spielfelder.

Low-Touch: Wenn Marketing direkt Umsatz macht

Im Low-Touch B2B, etwa bei einfachen SaaS-Tools oder B2B-eCommerce-Shops, läuft fast alles digital.

  • Der Sales-Zyklus ist kurz, oft Self-Service
  • Marketing fokussiert auf Performance und Conversions
  • Potenzielle Kundschaft ist zahlreich, Erfolg ist ein Numbers Game

Hier funktionieren klassische Funnel-Taktiken wie im B2C: Google Ads, SEO oder Free Trials. Die Website ist Dreh- und Angelpunkt für Akquise und Abschlüsse. Kurz gesagt: Im Low-Touch B2B kann Marketing Umsatz tatsächlich direkt treiben, schnell skalierbar und ohne Sales-Involvement.

Mid-Touch: Der Spagat zwischen Persuasion und Vertrauen

Anders präsentiert sich das Mid-Touch B2B, etwa bei einem CRM oder einfacheren Marketing-Services.

  • Der Sales-Zyklus ist länger, mehrere Kontakte sind die Norm
  • Leads müssen qualifiziert sein, sonst wird der Vertrieb unnötig belastet
  • Marketing muss sowohl kaufbereite Kunden überzeugen als auch Reichweite und Vertrauen aufbauen

Wirksam sind hier Kanäle wie LinkedIn oder E-Mail-Marketing, kombiniert mit Whitepapers, Case Studies oder On-Demand-Demos. Die Website dient nicht nur als Conversion-Maschine, sondern auch als Informations-Hub für Lead-Nurturing. Mid-Touch B2B verlangt also Balance: Zwischen kurzfristiger Aktivierung und langfristigem Vertrauensaufbau.

High-Touch: Marketing als Vertrauensanker

Im High-Touch B2B, beispielsweise bei ERP-Systemen, Cloud-Infrastrukturen oder grossen Beratungsprojekten, gelten nochmals andere Regeln.

  • Der Sales-Zyklus dauert oft sechs bis 18 Monate
  • Entscheidungen fallen im Buying Committee mit fünf bis zehn Personen, ab einer gewissen Deal-Grösse sind oft CFO, CIO, Einkauf und Management involviert
  • Die Anzahl potenzieller Kunden ist überschaubar, Leads müssen mit Bedacht angegangen und qualifiziert werden

Marketing kann hier keine schnellen Abschlüsse erzwingen. Die Rolle ist eine andere: Vertrauen schaffen, Risiken reduzieren und Thought Leadership aufbauen. Events, exklusiver Content mit proprietären Daten und eine starke Marke sind entscheidend. Die Website dient weniger der Conversion als der Beantwortung von Fragen, und sie sollte für die verschiedenen Stakeholder im Buying Committee relevant sein. Im High-Touch ist Marketing kein direkter Umsatztreiber, sondern Wegbereiter für komplexe Entscheidungen.

Fazit

B2B ist nicht gleich B2B. Wer Dropbox wie SAP vermarktet, oder umgekehrt, verbrennt Budget und verspielt seine Glaubwürdigkeit. Der erste Schritt ist immer, das eigene Spielfeld ehrlich zu bestimmen und erst dann über Kanäle und Taktiken zu entscheiden.

Wenn Sie herausfinden wollen, auf welchem Spielfeld Ihr Unternehmen steht und welche Marketing-Strategie dazu passt, sehen Sie sich an, wie wir als B2B-Marketing-Partner Strategie und Umsetzung verbinden. Ein B2B Marketing Audit schafft dafür oft den nötigen Überblick.

Dieser Beitrag ist zuerst in den B2B Nuggets erschienen, unserem Newsletter für Management, Geschäftsführer und Marketingverantwortliche. Wenn Sie solche Impulse künftig alle zwei Wochen zuerst erhalten möchten, melden Sie sich hier an.

Wer hat diesen Artikel verfasst?
Wir sind Growth Bay, eine B2B Growth Marketing Agentur mit Sitz in Zürich in der Schweiz.
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Autor: Kevin Sturm

Founder & Growth Lead

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